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Aktuelles

Wichtige Information

Bezugnehmend auf die Sendungen am 14.2.2012 (MDR) und 5.3.2012 (NDR / Markt) sind die folgenden Fakten zu berichtigen.

  1. Das Institut für Pigmentationsstörungen ist ein eingetragener Verein (Vereinsregister Nr 0669) in Assoziation mit der Ernst Moritz Arndt Universität Greifswald, Deutschland und der University of Bradford/UK. Dieses Institut besteht seit 1999 in Greifswald. Es handelt sich also nicht um das Privatinstitut von Professor Dr med KUSchallreuter. Sie arbeitet dort lediglich als ärztlicher Direktor.

  2. Das Institut beschäftigt sich mit der Erforschung der Weissfleckenkrankheit (Vitiligo) und anderen Pigmentationsstörungen z.B. Piebaldismus und Albinismus. Bis heute sind ca 150 Publikationen zum Thema entstanden. Zusätzlich werden Betreuung und Beratung von Patienten unter ärztlicher Kontrolle angeboten.

  3. Die Ergebnisse der Forschung sind in namhaften peer revidierten Fachjournalen publiziert und sind auf dem Internet über pub med für jeden Interessierten einsehbar.

  4. Sämtliche Fördergelder sowie finanzielle Unterstützung einschließlich des Deutschen Vitiligovereins Hamburg e.V. wurden in den unterstützten Forschungsprojekten in Danksagung- en erwähnt. Der Deutsche Vitiligo Verein e. V. hat durch seine Spenden damit zu vielen verschiedenen Projekten beigetragen. Dieser Fakt alleine zeigt eine grossartige Aktion, die dem Betroffenen auch das Gefühl geben kann, durch seinen jährlichen Beitrag direkt etwas für die Sache zu tun. Es ist unrichtig, von einer gezielten Unterstützung der von uns entwickelten Behandlung zu reden. Es sollte in diesem Zusammenhang darauf hingewiesen werden, dass Fördergelder auch an andere Kollegen zum Thema vergeben wurden.

  5. Die Entwicklung einer topischen Pseudokatalase zur Reduktion von Wasserstoffsuperoxid geht bereits auf das Jahr 1988 zurück. Die Ergebnisse wurden 1995 in einer Pilotstudie veröffentlicht. Das ursprüngliche Patent wurde von der Firma Stiefel erworben. Im Jahre 1995 wurde eine 12 Monate lang währende Doppelblind/Placebo kontrollierte Studie mit einer von Fa. Stiefel veränderten Creme in Deutschland (Universität Greifswald unter der Leitung von Professor Schallreuter), in den Niederlanden (Institut für Pigmentationsstörungen in Amsterdam, Niederlande unter der Leitung von Professor Westerhof ) und in UK (St Thomas in London, UK unter der Leitung von Professor Hawk) durchgeführt. Die Veränderung der ursprünglich von Wood und Schallreuter entwickelten Pseudokatalase enthielt Bronopol (ein Konservierungsmittel), welches die Bildung des Pseudokatalasekomplexes verhinderte. Der Mechanismus ist in Einzelheiten belegt. Schallreuter und Wood versuchten, die Studie abbrechen zu lassen, da es klar war, dass es zu keinem relevanten Ergebnis führen konnte. Leider wurde diese Studie von Stiefel bis zum Ende durchgeführt. Das Ergebnis war, wie erwartet, enttäuschend. Stiefel hat diese Ergebnisse nie veröffentlicht. Es gab einen Presse Release über diese Studie und es gibt von J Hawk eine Publikation mit dem negativen Ergebnis, obwohl er über den wahren Hintergrund des negativen Ausgangs sowie über den Presse Release von Stiefel eingehend informiert war. (Topical pseudocatalase mousse and narrowband UVB phototherapy is not effective for vitiligo: an open, single-centre study, D.C.Patel, A. V. Evans and J.L. M. Hawk, Clinical and Experimental Dermatology 2002, 27, 641-644). Schallreuter hat versucht, in einem Brief an den Editor den wahren Hintergrund aufzudecken. (Effectiveness of pseudocatalase formulations in vitiligo, Clinical and Eperimental Dermatology 2003). Dieser Brief ist in der gleichen Zeitschrift publiziert worden.

    Später hat Stiefel noch einmal versucht, mit zwei Nachfolgeprodukten und veränderten Protokollen das Produkt marktfähig zu machen. Alle Ersatz-Versuche konnten keinen Behandlungserfolg aufweisen. Inzwischen waren auch die ersten nachgemachten Pseudokatalasen auf dem Markt, obwohl weltweit Patente von Stiefel vorlagen. Dazu gehört auch die im British Journal of Dermatology veröffentlichte Studie aus Australien, die von Professor Meurer erwähnte Studie. Die Dosis des eingesetzten Schmalband UVB war weitaus höher, als die von Schallreuter tatsächlich eingesetzte Dosis. Immerhin erlaubte Stiefel Schallreuter als Inventor eine Behandlung von Patienten. Die Pseudokatalase wurde von da an nur an Patienten, die von ihr selbst untersucht und betreut wurden, eingesetzt. Die Crème wurde in keinem Fall an andere Patienten abgegeben. Die Behandlungsergebnisse von 71 Kindern sind als retrospektive Studie veröffentlicht worden. Aus der Veröffentlichung ist auch das gesamte Behandlungsprotokoll zu ersehen. Die tatsächlich eingesetzte Bestrahlungsdosis von 0.15mJ/cm2 wurde mit Computer gesteuerten Ganzkörper- Bestrahlungsgeräten (GH8 311nm) der Firma Cosmedico durchgeführt. Jeder Patient wurde in diese Heimbehandlung von Professor Schallreuter selbst eingewiesen. Um zwischen den nachgemachten und der von Schallreuter/Wood entwickelten Pseudokatalase unterscheiden zu können, wurde diese als PC-KUS eingeführt und auch in allen einschlägigen Veröffentlichungen so erwähnt. Dieser feine aber wichtige Unterschied musste gemacht werden, weil inzwischen über die Therapie mit Pseudokatalasekopien im allgemeinen gesprochen wurde.

    Es ist also unrichtig, dass Herr Professor Meurer ein Studienergebnis zitiert, wo eine weitaus höhere Dosis angewendet wurde. Der Vergleich ist nicht korrekt, denn die von Schallreuter tatsächlich eingesetzte Dosis ist weitaus niedriger (From basic research to the bedside: efficacy of topical treatment with pseudocatalase PC-KUS in 71 children with vitiligo, Schallreuter et al 2008). Die Dosis wird bei der Behandlung mit PC-KUS nicht gesteigert im Gegensatz zu der erwähnten Schmalband Monotherapie (311 nm), die Meurer zitierte.

    Patienten , die nicht mit PC-KUS , sondern nur mit low dose SchmalbandUVB (311nm) behandelt wurden, zeigten keinen Behandlungserfolg. Hierbei sollte nicht unerwähnt bleiben, dass die Monotherapie mit einer nicht unerheblichen Dosissteigerung verbunden ist und viele behandelte Patienten erhebliche Nebenwirkungen, wie trockene und stark juckende Haut neben einer starken Hautbräune erfahren.

  1. Der in der Sendung vorgestellte Patient ist in der Tat seit 1995 in Greifswald zunächst als Studienpatient und danach als Patient von Professor Schallreuter behandelt worden. Ein Auszug aus einem Brief von 2002 beschreibt sein damaliges Behandlungsergebnis mit seinen eigenen Worten und das Ergebnis ist auch als Fotodokument vorhanden (siehe Brief). Die Behandlung wurde abgebrochen, weil der Patient nicht regelmäßig zur Kontrolluntersuchung erschien. Es ist bedauerlich, dass ein Patient, der ein ausgezeichnetes Ergebnis hatte , ausgenommen Hände und Füsse, und den wir nachweislich oft finanziell unterstützt haben, indem er nichts bezahlen musste, nun nach so vielen Jahren offensichtlich seinen Frust öffentlich kund tut. Es wäre lohnender, diese Behandlung für alle Betroffenen zu erstreben, anstelle eine Hetzkampagne in Gang zu setzen und von Abzockung zu reden.

  2. Pseudokatalase PC-KUS ist ein Kosmetikum, welches erst durch die Aktivierung mit low dose Schmalband UVB Wasserstoffsuperoxid reduzierende Eigenschaften bekommt. Die Therapie basiert also auf einem Kosmetikum, welches nur durch Photoaktivierung zum Stillstand der Erkrankung und zur Widergewinnung der verlorenen Hautfarbe führt. Es wäre natürlich wünschenswert, dass diese Behandlung von vielen Kollegen aufgegriffen würde, nachdem dieses wirkungsvolle Behandlungsprinzip zur Zeit nur für Patienten vorhanden ist, die sich in Greifswald vorstellen und wenn sie diese Behandlung bezahlen können. Das wäre ein lohnendes Ziel als gemeinsame Aktion z. B. für den Deutschen Vitiligo Bund und den Deutschen Vitiligo Verein e. V. Schließlich geht es hier um die Belange von Betroffenen. Wir blicken in Greifswald und Bradford auf eine internationale Vitiligo-Patientengruppe, die zum großen Teil erfolgreich behandelt wurde. Das kann anhand von Fotodokumentation bewiesen werden. Wir betonen immer, dass wir wenig Erfolg an Händen und Füssen sowie Handgelenken aufweisen. Wir betonen auch, dass wir nicht heilen können, da die Ursache der Erkrankung bis heute nicht bekannt ist. Aber wir bieten mit der Arbeit des Instituts einen Platz an, wo Betroffene mit ihrer Erkrankung ernst genommen werden und wo versucht wird, mehr über die Krankheit zu erforschen, damit vielleicht eines Tages eine Heilung möglich ist. In diesem Rahmen bieten wir auch einmal im Jahr eine Behandlungsmöglichkeit am Toten Meer in Jordanien mit medizinischer Betreuung an. (Significant Immediate and Long-term Improvement in Quality of Life and Disease Coping in Patients with Vitiligo after Group Climototherapy at the Dead Sea, Acta Derm Venereol 2011). Vorort wird jeder Patient zweimal täglich von Professor Schallreuter und ihrem Team selbst gesehen und betreut. Alle Einnahmen fließen sämtlich in das Institut für Pigmentationsstörungen e. V. zurück und kommen so den Patienten wieder zu gute. Von Abzockung zu reden, ist eine infame Unterstellung bei dem großen Einsatz, der von dem gesamten Team zum Wohle der Patienten geleistet wird.

Da der NDR vor etlichen Jahren in der Visite einen Beitrag zum Thema gezeigt hat, nachdem sich das Fernsehteam Vorort umgesehen hat, ist es erstaunlich, mit welcher Parteilichkeit nun mit dem Thema umgegangen wird. In meiner Eigenschaft als klinische Direktorin lade ich Sie herzlich ein, sich ein Bild Vorort zu machen und dann korrekt zu informieren.

Mit freundlichem Gruß

Professor Dr med habil KU Schallreuter